Orientierung beim Wandern

 

Hilfe, ich habe mich verlaufen!

Wandern ist eine feine Sache. Es macht riesen Spaß sich in der freien Natur zu bewegen, die frische Luft zu atmen und sich nebenbei auch noch fit und gesund zu halten. Dieser Spaß hört aber spätestens dann auf, wenn sich die Nahrungsmittelreserven und Wasservorräte dem Ende entgegen neigen, die Dämmerung einsetzt und Sie eigentlich gar nicht so richtig wissen, wo zum Teufel Sie gerade sind! Spätestens hier werden Sie sich eingestehen müssen, dass Sie sich verlaufen haben. Dies passiert selbstverständlich nicht nur blutigen Anfängern, sondern auch ambitionierten Wanderern. Die Gründe hierfür sind in erster Linie Selbstüberschätzung, die falsche Ausrüstung und kleine Unachtsamkeiten beim Navigieren. Faktoren also, die man auf der einen Seite ganz leicht vermeiden könnte, die auf der anderen Seite aber verherrende Konsequenzen nach sich ziehen können, wenn man ihnen keine Beachtung schenkt.

Gute Routenplanung ist das A und O!

Sicherlich, wenn Sie eine Karte dabei haben und mal eben nur durch Ihren altbekannten Wald vor Ihrem Wohnort wandern möchten, werden Sie diesem Problem eher weniger begegnen. Sollten Sie allerdings eine längere Tour durch unbekanntes Gebiet planen, ist eine gute Routenplanung und Kenntnisse in Sachen Orientierung das A und O. Gerade in unbewohnten und stark witterungsunbeständigen Gebieten kann Ihnen Ihr Wissen und Ihre Ausrüstung das Leben retten. Trotz noch so guter Planung kann es Ihnen passieren, dass Sie sich verlaufen. Eine falsche Abzweigung, nichts stimmt mehr und Sie stehen einsam und verlassen im Wald und wissen nicht mehr wohin! Nun wäre es also von Vorteil wenn Sie entweder gutes Equipment dabei haben, oder sich aber ganz ohne Ausrüstung zurechtfinden können. Hierfür benötigen Sie aber das nötige “Know How”.

Um sich in der Natur zurecht zu finden, gibt es viele Möglichkeiten. Diese werden nicht nur Ihren Ansprüchen gerecht, Sie passen sich auch Ihrem Budget an. Ein Gelegenheitswanderer wird sich sicherlich nicht ein wandertaugliches elektronisches GPS-Gerät für mehrere hundert Euro kaufen. Dieses wäre sicherlich das Nonplusultra an Orientierungsmethoden. Voraussetzung natürlich, dass Sie das Gerät bedienen können und der Akku voll ist. Sich hiermit zu verlaufen, ist nahezu ausgeschlossen.

Aber selbst wenn Sie dieses Gerät haben, auf elektronisches Gerät ist nicht immer Verlass. Spätestens wenn die Batterien leer sind, werden sie auf konventionelle Methoden zurückgreifen müssen. Die wohl kostengünstigste und beste Methode in diesem Fall, die Sie im Übrigen stets parat haben sollten, ist selbstverständlich die gute alte Landkarte und ein Kompass. Den Umgang mit Beidem sollten Sie auf jeden Fall beherrschen. Wenn Sie lernen eine Wanderkarte richtig zu lesen und es auch zu verstehen wissen, Ihre Umwelt richtig zu deuten, werden Sie schnell wieder auf den richtigen Weg finden. Markante Stellen wie zum Beispiel einzelne Berge, Täler und Schluchten, Bachläufe und ähnliches sind schnell auf der Karte und in Ihrer Umgebung ausgemacht. Mit Hilfe des Kompasses, werden Sie auch wieder die richtige Richtung einschlagen. Die Kompassnadel zeigt immer nach Norden und auf Landkarten ist Norden immer oben. Üben Sie die Praxis mit Beidem auch dann, wenn Sie eigentlich wissen, wo Sie sich befinden, um für den Notfall gewappnet zu sein.

Orientierung an der Sonne

Die wohl schwierigste Methode sich zu orientieren, und eigentlich nur für Profis empfehlenswert, ist die Orientierung tagsüber nach der Sonne und nachts anhand der Sterne. Klare Sicht vorausgesetzt. Grundwissen hierzu möchte ich Ihnen natürlich nicht verschweigen, kann es doch schnell passieren, dass Ihr GPS Gerät kaputt gegangen ist und Kompass und Karte im Auto liegen! “Im Osten geht die Sonne auf, im Süden steht sie hoch hinauf, im Westen geht Sie unter und im Norden ist sie nie zu sehen!” Dies besagt ein Sprichwort und ist leicht zu merken. Mit Hilfe einer zusätzlichen Uhr die Sie bei sich tragen, können Sie so die Himmelsrichtungen bestimmen. (Am frühen Nachmittag befindet sich die Sonne zB. im Südwesten)
Der Polarstern, der hellste Stern am Nachthimmel, steht übrigens immer im Norden. Anhand dieser beiden Methoden ist zumindest gewährleistet, dass Sie nicht im Kreis laufen! Wenn Sie auf diese Weise also immer nur in eine Richtung laufen, werden Sie früher oder später an einer Straße rauskommen!

Unterschätzen Sie bei größeren unbekannten Touren niemals dieses Problem und seien Sie vorbereitet. Prüfen Sie vor Beginn Ihrer Wanderung Ihr Equipment und einer schönen Tour steht nichts mehr im Wege!