Posts Tagged ‘Wandern’

Wandern auf der Schwäbischen Alb

 

wandern schwaebische albVom Schwarzwald bis zum Nördlinger Ries erstreckt sich die Schwäbische Alb, ein etwa 250 km langer Höhenzug mit plateauartigen, weiten Hochflächen. Die höchsten Berge der Alb sind knapp über 1000 m und so zählt sie zu den deutschen Mittelgebirgen.

Zum Norden hin fallt die Alb teilweise steil ab, während sie im Süden meist sanft zur Donau hin ausläuft, bis auf den tief in Felsen eingeschnittenen Donaudurchbruch zwischen Sigmaringen und Mühlheim.

  • Höhlen und Burgen – Geschichte erleben

Infolge tektonischer Bewegungen vor Millionen Jahren gab es vulkanische Tätigkeiten in dem Gebiet der heutigen Schwäbischen Alb. Daraus erfolgte die Bildung von Höhlen und Klüften, die jetzt als Sehenswürdigkeit gelten. Auch die Thermalquellen sind Folgen dieser Bewegungen.

Spuren der Besiedelung von Kelten, Römer und Alemannen sind heute noch in der Landschaft ersichtlich, ebenso etliche Burgen und Burgruinen aus dem Mittelalter. Neben den Höhlen sind diese Burgen beliebte Ausflugsziele. Auch zahlreiche Urwelt-, Freilicht- und Heimatmuseen, die die Geschichte der Schwäbischen Alb ersichtlich machen, liegen an den Wanderwegen.

Heute ist die Schwäbische Alb ein beliebtes Naherholungsgebiet für Wanderer und Radfahrer. Über 20 000 km Wanderwege durchziehen die Alb. Diese Wege wurden vom Schwäbischen Albverein angelegt und werden ständig gepflegt. Der Verein unterhält auch Wanderheime, sodass auf den Hauptwanderwegen mehrtätige Wanderungen möglich sind. Für Radfahrer wurden in den letzten Jahren viele Radwege angelegt und beschildert, so etwa der Radwanderweg Alb-Neckar oder der bekannte Donau-Radweg.

Große Anziehungspunkte der Schwäbischen Alb sind die Höhlen. Mehr als tausend gibt es davon, nur zehn sind als Schauhöhlen begehbar. Die bekannteste ist wohl die Bärenhöhle mit ihren großen Hallen, den bizarren Tropfsteinen und den Bärenknochen. Die Laichinger Höhle ist die tiefste, hier steigt man auf Eisentreppen hinunter und die schönste ist die 500 m lange Charlottenhöhle mit ihren engen Gängen. Einzige Flusshöhle auf der Alb ist die Wimsener Höhle, sie führt ständig Wasser und kann mit dem Boot befahren werden.

  • Wanderwege quer über die Schwäbische Alb

Zehn Hauptwanderwege hat der Schwäbische Albverein ausgeschildert, davon verläuft der HW 1 und der HW 2 komplett über die Alb, die anderen nur teilweise. Zusätzlich gibt es gemütliche Rundwanderwege auf der Alb-Hochfläche mit leichten Anstiegen und schwerere Wege mit steilen Felsaufstiegen, aber fast immer mit schönen Aussichtspunkten.

Ein nicht allzu schwerer Rundwanderweg führt von Erbstetten-Ehingen aus durch das Große Lautertal ins Wolfstal und zurück zum Ausgangspunkt

  • Länge 13 km
  • Dauer etwa 4 Stunden

Unterwegs kommt man an den Burgruinen Wartstein, Monsberg und St. Ruprecht vorbei. Viele seltenen Pflanzen wachsen hier am Talhang. Sehr schön ist diese Wanderung im März, dann ist im Wolfstal alles mit Märzenbecher übersät.

Eine anspruchsvolle Wanderung mit kräftigen Anstiegen führt vom Kloster Beuron nach Thiergarten

  • Länge 21 km
  • Dauer etwa 6 1/2 Stunden

Immer entlang der Kante des Donautals ergeben sich grandiose Ausblicke von den steil abfallenden Felsen hinunter auf die Donau. Ein fast alpiner Rundwanderweg, Höhen zwischen 750 m und 1000 m, geht von Tieringen aus durch die Balinger Berge

  • Länge 15 km
  • Dauer etwa 5 Stunden

Der Weg führt entlang des Albtraufs und teilweise durch das Naturschutzgebiet Hülenbuchwiesen mit seiner typischen Albflora, immer mit weiten Ausblicken. Eine leichte Wanderung geht durch das urgeschichtlich interessante Lonetal,

  • Länge 11 km
  • Dauer etwa 3 Stunden

Der Weg ist ohne große Anstiege und führt teilweise durch einen autofreien Talabschnitt. Berühmt ist hier die Hohlenstein-Stadel- und die Vogelherdhöhle. Hier wurden kleine Figuren aus Mammut-Elfenbein gefunden, die als ältestes Kunstwerk gelten.

Nach ausgedehnten Wanderungen und Radtouren können überall in gemütlichen Gasthäusern die regionalen Spezialitäten, wie Spätzle, Maultaschen, ein Schwäbischer Rostbraten oder ein herzhaftes Vesper genossen werden. Dazu ein Glas Württemberger Wein oder Most und Saft von den Streuobstwiesen der Schwäbischen Alb.

Wandern – Die richtige Kletterausrüstung

 

wanderrucksackBeim Bergwandern auf die perfekte Kletterausrüstung achten, kann Leben retten. Ob Frühjahr, Sommer, Herbst oder vielleicht sogar im Winter machen sich viele auf um unzählige Wanderwege zu erkunden. Wer hoch und noch höher hinaus möchte oder vielleicht sogar eine kleine Herausforderung abseits der üblichen Pfade wagt, kann sich gerade in den Alpenregionen in unterschiedlichen Schwierigkeiten testen.

Gerade bei den ersten Versuchen in einer Steilwand muss allerdings auf vieles geachtet werden. Nicht alle haben den Mut oder den Willen die Berge in großen Seilschaften zu besteigen. So können Klettersteige ein schöner und guter Kompromiss zwischen normalen Bergsteigen und Wandern sein. Hier gibt es unterschiedliche Schwierigkeitsgrade die durch Bergkämme, Graten oder Steilwänden führen und bereits erste Eindrücke vom Bergsteigen vermitteln.

Diese Klettersteige sind bereits mit den unterschiedlichen Vorrichtungen wie Stifte, Klammern oder Leitern ausgestattet, die über ein mitlaufendes Drahtseil zu einer zusätzlichen Sicherung beim Wandern sorgen. Hierbei werden unwegsame Felspassagen durchwandert, die ohne dieser bereits vorhandenen Kletterausrüstung nur unter starken Schwierigkeiten zu bewältigen wären.

In der Regel haben Klettersteige eine Bewertung ihres Schwierigkeitsgrades.

  • Dieser muss unbedingt auf die eigene Konstitution abgestimmt werden. So sollten Anfänger sich auch mit guter Wanderausrüstung nie in ein für sie zu schwieriges Gelände wagen.
  • Zudem gehört auch bei Klettersteigen eine gute eigene Ausrüstung wie die richtige Kleidung und vor allem das richtige Schuhwerk dazu.
  • Grundkenntnisse sind ebenso empfehlenswert, wie eine gute Wettereinschätzung. Zumindest der Rat eines örtlichen Wetterdienstes sollte eingeholt werden, da ein aufziehendes Gewitter oder starke Regenfälle im Klettersteig sehr schnell ziemlich gefährlich werden können. Gerade die Vorrichtungen und Eisenteile erhöhen die Gefahr eines Blitzeinschlages.

Doch jetzt zur eigentliche Kletterausrüstung:

Denn neben guter Kraftausdauer und Kondition ist gerade auch ein großes Augenmerk auf die perfekte Ausrüstung zu leben. Sie ist ein großer Garant für die persönliche Sicherheit. Nicht nur wer die großen Berge besteigen möchte, braucht die richtige Ausrüstung, auch schon das begehen eines Klettersteiges braucht seine eigene Vorbereitung und Ausrüstung.

Die richtige Ausrüstung ist eine Kombination von Brust- und Sitzgurt, der Seilbremse sowie dem dazugehörigen Seil mit zwei Karabinerhacken. Bei der Begehung laufen die beiden Karabiner an dem am Klettersteig angebrachten Drahtseil mit. Sie werden dabei nur bei Unterbrechungen im Drahtseil und vor allem nacheinander gewechselt. So ist im Falle eines Sturzes zu jederzeit gewährleistet, dass zum Sicherheitsseil eine feste Verbindung hergestellt ist.

Eine Seilbremse zwischen Sitzgurt und Karabiner bremst bei einem möglichen Sturz ab. Da auch auf Klettersteigen herabfallende Steine ein großes Problem sind, darf auf der Tour nie der exakt passende Helm fehlen. Die benötigten Utensilien werden in einem bequemen und vor allem kleinen Rucksack untergebracht.

Klettersteigtouren können nicht nur lang sondern auch anstrengend sein. Deshalb ist auf eine ausreichende Flüssigkeitsmenge und Nahrung zu achten. Auch diese sollte im Rucksack noch Platz finden. Wetterstürze können gerade im Gebirge spontan einsetzten, weshalb bei Touren in den Bergen Regenbekleidung nicht fehlen darf. Beim Wandern durch Klettersteige sind entsprechende Berg- und Wanderstiefel zu tragen. Sie ermöglichen aufgrund ihrer steifen Sohle nicht nur ein sicheres Stehen auf den schmalen Felsabsätzen, sondern stabilieren auch die Gelenke und den Fuß. Besonders Augenmerk ist dabei immer auch das Schuhprofil, dieses muss bei rutschigen Partien immer guten Halt bieten und somit für genügend Griffigkeit gewährleisten.

Das Wandern in den Bergen kann schnell körperlich sehr anstrengend werden. Dabei gerät man schnell ins Schwitzen, weshalb eine schnell trocknende und atmungsaktive Funktionskleidung sehr empfehlenswert ist. Das bekannte Zwiebelprinzip, welches mehrere Kleidungsschichten übereinander vorsieht, ist auch beim Wandern besser als nur eine dicke Schicht. Wegen der großen UV-Einstrahlung in den Bergen und auch wegen der staken Lichtreflexion auf Schnee, sollte zu jeder Jahreszeit auch eine Sonnenbrille bei der Wander- und Kletterausrüstung nicht fehlen.

Entdecken Sie die heimischen Tiere beim Wandern!

 

  • Wer gerne wandert und womöglich Kinder hat, kann nahe des eigenen Wohnortes oder auch im deutschen Urlaubsgebiet einer sehr interessanten Outdooraktivität nachgehen:

Beobachten Sie die heimische Tierwelt! Beginnend mit den inzwischen überall in Deutschland ansässigen Krähen- und Rabenvögeln, über Eichhörnchen und Siebenschläfer bis hin zu den kleinsten Insekten kann man sehr viele Tiere auch genau beobachten. Jedes Tier hat ganz eigene, spezifische Lebens- und Verhaltensweisen. Mit einem oder mehreren Naturführern und Beschreibungsbüchern der verschiedenen Tiere ausgestattet, einem schussbereiten Fotoapparat und vielleicht einem DIN A5 Notizblock kann man sehr interessante Tage verbringen.

Und wer seine Nachtwanderung zu einem großen Abenteuer werden lassen möchte, kann vielerorts sogar Fledermäuse und sonstige nachtaktive Tiere beobachten. Besonders viel Spaß macht dies, wenn man im Besitz einer Wärmebildkamera oder einem einfachen Nachtsichtgerät ist.

Wer an der Nordsee seinen Urlaub verbringt, sollte unbedingt einmal an einer geführten Wattwanderung teilnehmen – allerdings sollte man sich tatsächlich führen lassen und solch eine Aktivität niemals im Alleingang unternehmen. Denn für unerfahrene Wattwanderer kann das Watt sehr schnell zur lebensbedrohlichen Falle werden!

Auch schon mit sehr kleinen Kindern können Familien rings um ihren Wohn- oder Urlaubsort schöne Abenteuer erleben, wenn sie eine kleine Becherlupe mit auf den Spaziergang nehmen. Darin können die Kinder allerlei kleine Käfer, Würmer, Spinnen und Heuschrecken sehr genau betrachten. Schmetterlinge auf einer Wildwiese kann man ebenfalls mit Kindern sehr schön beobachten.

Es ist erstaunlich, wie viele noch vor kurzer Zeit vom Ausssterben bedrohte Schmetterlingsarten sich wieder erholt haben. Heute sieht man beinahe überall auch wieder das Tagpfauenauge, den Bläuling, den Zitronenfalter und andere Arten. Das ist für viele Kinder interessant und weckt die Begeisterung für unsere Natur. Auch auf einer Fahrradtour kann man durchaus solche abenteuerlichen Pausen einbauen.

Wer zum Beispiel in unseren Mittelgebirgen, wie der schwäbischen Alb oder dem Harz seinen Urlaub verbringt, bekommt sicherlich wieder ganz andere Tiere zu sehen, als wer im Hochgebirge zum Klettern geht. Mit einem guten Fotoapparat ausgestattet, kann man anschließend seine Tierabenteuer online oder auch in einem Fotoalbum dokumentieren. Ob Wildkaninchen, Murmeltiere oder auch Gemsen und Rotwild – jedes Tier kann aus einer gewissen Distanz heraus mit einem Fernglas sehr nahe herangezogen und beobachtet werden. Selbst der Biber und der Otter sind entlang unserer Flüsse wieder häufiger anzutreffen.

  • Erleben Sie einen unvergesslichen Wanderurlaub mit herrlichen Erinnerungen! Je mehr Menschen unsere Natur wieder entdecken, desto mehr gesellschaftliches Interesse wird auch an ihrem Erhalt wieder entstehen!

Viele tolle Bücher zu Ihrer Anregung können Sie im Fachhandel, in Büchereien oder auch über den Naturschutzbund und anderen die Natur schützenden Vereinen erhalten. Dort erfahren Sie auch, wie Sie die Tiere beobachten können, ohne diese in ihrem normalen Verhalten zu stören. Denn es hilft unserer Natur das neu wachsende Interesse wohl kaum, wenn es dazu führte, dass Bruten aufgegeben oder Tiere sehr erschreckt würden.

  • Vorsicht ist auch bei der Beobachtung von Hirschen in der Brunftzeit sowie bei Wildschweinen während der Jungenaufzucht geboten!

Hier reagieren die erwachsenen Tiere häufig dem Menschen gegenüber sehr aggressiv! Bringen Sie sich und Ihre Kinder daher nicht in Gefahr! Auch muss im Sinne aller wilden Tiere, die Sie beobachten von einer jeglichen Fütterung abgeraten werden. Diese schadet den Tieren in den allermeisten Fällen mehr als dass sie hilft! Einzige Ausnahme ist die winterliche Vogelfütterung in strengen Wintern.

Orientierung beim Wandern

 

Hilfe, ich habe mich verlaufen!

Wandern ist eine feine Sache. Es macht riesen Spaß sich in der freien Natur zu bewegen, die frische Luft zu atmen und sich nebenbei auch noch fit und gesund zu halten. Dieser Spaß hört aber spätestens dann auf, wenn sich die Nahrungsmittelreserven und Wasservorräte dem Ende entgegen neigen, die Dämmerung einsetzt und Sie eigentlich gar nicht so richtig wissen, wo zum Teufel Sie gerade sind! Spätestens hier werden Sie sich eingestehen müssen, dass Sie sich verlaufen haben. Dies passiert selbstverständlich nicht nur blutigen Anfängern, sondern auch ambitionierten Wanderern. Die Gründe hierfür sind in erster Linie Selbstüberschätzung, die falsche Ausrüstung und kleine Unachtsamkeiten beim Navigieren. Faktoren also, die man auf der einen Seite ganz leicht vermeiden könnte, die auf der anderen Seite aber verherrende Konsequenzen nach sich ziehen können, wenn man ihnen keine Beachtung schenkt.

Gute Routenplanung ist das A und O!

Sicherlich, wenn Sie eine Karte dabei haben und mal eben nur durch Ihren altbekannten Wald vor Ihrem Wohnort wandern möchten, werden Sie diesem Problem eher weniger begegnen. Sollten Sie allerdings eine längere Tour durch unbekanntes Gebiet planen, ist eine gute Routenplanung und Kenntnisse in Sachen Orientierung das A und O. Gerade in unbewohnten und stark witterungsunbeständigen Gebieten kann Ihnen Ihr Wissen und Ihre Ausrüstung das Leben retten. Trotz noch so guter Planung kann es Ihnen passieren, dass Sie sich verlaufen. Eine falsche Abzweigung, nichts stimmt mehr und Sie stehen einsam und verlassen im Wald und wissen nicht mehr wohin! Nun wäre es also von Vorteil wenn Sie entweder gutes Equipment dabei haben, oder sich aber ganz ohne Ausrüstung zurechtfinden können. Hierfür benötigen Sie aber das nötige “Know How”.

Um sich in der Natur zurecht zu finden, gibt es viele Möglichkeiten. Diese werden nicht nur Ihren Ansprüchen gerecht, Sie passen sich auch Ihrem Budget an. Ein Gelegenheitswanderer wird sich sicherlich nicht ein wandertaugliches elektronisches GPS-Gerät für mehrere hundert Euro kaufen. Dieses wäre sicherlich das Nonplusultra an Orientierungsmethoden. Voraussetzung natürlich, dass Sie das Gerät bedienen können und der Akku voll ist. Sich hiermit zu verlaufen, ist nahezu ausgeschlossen.

Aber selbst wenn Sie dieses Gerät haben, auf elektronisches Gerät ist nicht immer Verlass. Spätestens wenn die Batterien leer sind, werden sie auf konventionelle Methoden zurückgreifen müssen. Die wohl kostengünstigste und beste Methode in diesem Fall, die Sie im Übrigen stets parat haben sollten, ist selbstverständlich die gute alte Landkarte und ein Kompass. Den Umgang mit Beidem sollten Sie auf jeden Fall beherrschen. Wenn Sie lernen eine Wanderkarte richtig zu lesen und es auch zu verstehen wissen, Ihre Umwelt richtig zu deuten, werden Sie schnell wieder auf den richtigen Weg finden. Markante Stellen wie zum Beispiel einzelne Berge, Täler und Schluchten, Bachläufe und ähnliches sind schnell auf der Karte und in Ihrer Umgebung ausgemacht. Mit Hilfe des Kompasses, werden Sie auch wieder die richtige Richtung einschlagen. Die Kompassnadel zeigt immer nach Norden und auf Landkarten ist Norden immer oben. Üben Sie die Praxis mit Beidem auch dann, wenn Sie eigentlich wissen, wo Sie sich befinden, um für den Notfall gewappnet zu sein.

Orientierung an der Sonne

Die wohl schwierigste Methode sich zu orientieren, und eigentlich nur für Profis empfehlenswert, ist die Orientierung tagsüber nach der Sonne und nachts anhand der Sterne. Klare Sicht vorausgesetzt. Grundwissen hierzu möchte ich Ihnen natürlich nicht verschweigen, kann es doch schnell passieren, dass Ihr GPS Gerät kaputt gegangen ist und Kompass und Karte im Auto liegen! “Im Osten geht die Sonne auf, im Süden steht sie hoch hinauf, im Westen geht Sie unter und im Norden ist sie nie zu sehen!” Dies besagt ein Sprichwort und ist leicht zu merken. Mit Hilfe einer zusätzlichen Uhr die Sie bei sich tragen, können Sie so die Himmelsrichtungen bestimmen. (Am frühen Nachmittag befindet sich die Sonne zB. im Südwesten)
Der Polarstern, der hellste Stern am Nachthimmel, steht übrigens immer im Norden. Anhand dieser beiden Methoden ist zumindest gewährleistet, dass Sie nicht im Kreis laufen! Wenn Sie auf diese Weise also immer nur in eine Richtung laufen, werden Sie früher oder später an einer Straße rauskommen!

Unterschätzen Sie bei größeren unbekannten Touren niemals dieses Problem und seien Sie vorbereitet. Prüfen Sie vor Beginn Ihrer Wanderung Ihr Equipment und einer schönen Tour steht nichts mehr im Wege!

Berühmte Pilgerwege

 

Historische bzw. rekonstruierte Pilgerwege sind in unseren Tagen wieder sehr aktuell.

Die Lust am Pilgern ist weltweit so groß wie noch nie. Im Jahre 2008 sollen weltweit 190 Millionen Menschen gepilgert sein. Unterschiedlichste Gründe und Motive liegen ihnen zugrunde. Gepilgert wird traditionell zu Fuß, in Pilgerkleidung, mit guten und bequemen Schuhen und ganz wichtig einem Pilgerrucksack. Übernachten kann man in Pilgerherbergen, das ist meistens ein von Mönchen geführtes Kloster, oder in Schlafsack und Zelt.

In Europa gibt es seit dem frühen Mittelalter drei Hauptziele für Pilger.

Der heutige berühmteste Pilgerweg Europas ist der Jakobsweg (Camino de Santiago) nach Santiago de Compostela, wo sich das Grab des Apostel Paulus befinden soll.

Der Jakobsweg führt durch ganz Europa, je nachdem wo sich der Ausgangspunkt der Pilgerreise befindet. Trotzdem haben sich über die Jahrhunderte bevorzugte Strecken unter den Pilgern gebildet. Unter dem Jakobsweg versteht man meistens den ” Camino Frances “, dass ist der Hauptweg durch den Norden Spaniens. Er hat seinen Anfang in den Pyrenäen, führt durch Städte Jaca, Pamplona, Estella, Burgos und León und endet in Santiago de Compostela.
Der wichtigste zum “Camino Frances” führende Weg ist die durch Frankreich führende “Via Podiensis”.

Das Grab des heiligen Apostel Paulus ist ein weiteres bekanntes Pilgerziel. Die “Via Francigena”, der Frankenweg, ist als die Wanderroute von Canterbury nach Rom bekannt. Es handelt sich dabei eigentlich um ein Wegenetz. Rekonstruiert wurde dieser Pilgerweg nach den Aufzeichnungen des Bischofs von Canterbury, der den Weg im Jahr 990 n.Ch. ging. Er ist der älteste christliche Pilgerweg durch Europa aber etwas in Vergessenheit geraten. Alle Könige, Geistliche und Adlige mussten diesen Weg gehen, um ihre neuen Ämter entgegen zu nehmen. Entlang der Via Francigena entstanden weltberühmte Kathedralen, Klöster, Hospize und andere Bauwerke. Dieser alter Pilgerweg ist mittlerweile auch zum “Europäischen Kulturweg” erklärt worden.

Viele Pilger benutzen die “Via Francigena” auch auf ihrem Weg nach Jerusalem mit einem Zwischenstopp in Rom. Jerusalem ist das Zentrum der drei großen Weltreligionen. Für die Christen aber ist das Heilige Land das wichtigste Pilgerziel. Der erste Kreuzzug diente dazu den christlichen Pilgerweg zu sichern. Das Grab Jesu auf dem Golgothafelsen, in Jerusalem die Klagemauer, sowie die Stätten seiner Wirkung und Sterbens und Auferstehens fasziniert heute noch viele Pilger. Der Pilgerweg ist nicht mit zum Beispiel dem Jakobsweg zu vergleichen, da es hier keine vergleichbaren Pilgerherbergen oder Mitpilger, die man unterwegs trifft, gibt. Man ist eher auf sich allein gestellt.